Was ist der Global Risks Report 2026?
Der Global Risks Report 2026 des World Economic Forum ist die 21. Ausgabe einer jährlichen Risikoanalyse, die die größten Gefahren für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt untersucht. Für den Bericht wurden über 1.300 Expertinnen und Experten weltweit befragt. Sie bewerten, welche Risiken kurzfristig (2026), mittelfristig (bis 2028) und langfristig (bis 2036) am wahrscheinlichsten auftreten und welche Folgen sie haben könnten. Zusätzlich liefert der Report vertiefende Analysen zu sechs Schwerpunktthemen, darunter Klimawandel, geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheit und technologische Entwicklungen. Der Bericht richtet sich an Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, die in einer zunehmend komplexen und unsicheren Welt Prioritäten setzen müssen
Umweltkrisen als langfristige Bedrohung
Extreme Wetterereignisse, Biodiversitätsverlust und kritische Veränderungen des Erd-Systems stehen im Fokus der globalen Risikowahrnehmung. Laut Global Risks Report 2026 erwarten fast drei Viertel der Expertinnen und Experten in den kommenden zehn Jahren ein „turbulentes" oder „stürmisches" Umfeld für Umweltfragen – mehr als bei allen anderen Risikokategorien. Extreme Wetter wurde dabei als das gravierendste langfristige Risiko identifiziert.
Kurzfristige Risiken: Wirtschaft und Geopolitik
Auf kurzfristiger Ebene bis 2028 dominieren wirtschaftliche und geopolitische Risiken die Wahrnehmung: 18 % der Befragten nannten geoeconomische Konflikte als das wahrscheinlichste Szenario für eine globale Krise 2026, gefolgt von staatlichen bewaffneten Konflikten mit 14 %. Wirtschaftliche Risiken, wie Inflation (#21), wirtschaftlicher Abschwung (#11) und mögliche Asset-Bubbles (#18), haben im Zwei-Jahres-Zeithorizont deutlich an Bedeutung gewonnen.
Infrastruktur unter Druck
Bereits jetzt wirken sich Umweltkrisen direkt auf kritische Infrastruktur aus. Stromnetze, Transportwege und Lieferketten stehen durch zunehmende Wetterextreme unter Stress. Kapitel 2.5 des Reports betont, dass Versorgungsengpässe und Schäden an essenziellen Anlagen die Stabilität ganzer Gesellschaften gefährden können.
Gesellschaftliche Spannungen und Ungleichheit
Neben ökologischen Risiken verstärken soziale Faktoren die Verwundbarkeit. Polarisierung, Ungleichheit und „Streets versus Elites"-Narrative nehmen zu. Besonders einkommensschwache Bevölkerungsgruppen sind von Dürren, Hochwasser oder Hitzewellen betroffen, was Proteste und soziale Spannungen wahrscheinlicher macht. Ungleichheit wurde von den Befragten erneut als das vernetzteste globale Risiko bewertet, dicht gefolgt vom wirtschaftlichen Abschwung.
Technologische Entwicklungen verschärfen Risiken
Technologische Fortschritte bergen Chancen, erhöhen jedoch auch Risiken: Cyberangriffe, Desinformation und die langfristigen Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) wurden im Zehn-Jahres-Horizont vom Platz 30 auf Platz 5 hochgestuft. Quantentechnologien bieten zwar Möglichkeiten für Klimamodellierung oder neue Medikamente, könnten aber geopolitische Rivalitäten verschärfen.
Eine multipolare Weltordnung erschwert Kooperation
Die geopolitische Lage verschärft die Herausforderungen: Staaten handeln zunehmend eigenständig, multilaterale Kooperationen schwächen sich ab, und protektionistische Maßnahmen nehmen zu. 68 % der Befragten erwarten in den nächsten zehn Jahren eine „multipolare oder fragmentierte Ordnung", in der mittlere und große Mächte regionale Regeln setzen. Nur 6 % rechnen mit einer Rückkehr zu einer unipolaren, regelbasierten Weltordnung.
Strategisches Handeln ist entscheidend
Der Global Risks Report 2026 macht deutlich: Umweltrisiken sind nicht nur ökologische, sondern tiefgreifend wirtschaftliche, soziale und politische Probleme. Ohne strategische internationale Zusammenarbeit könnten Klimakatastrophen, wirtschaftliche Instabilität und geopolitische Konflikte unkontrollierbar werden. Die Expertinnen und Experten warnen, dass die Entscheidungen von heute darüber entscheiden, ob Stabilität, Wohlstand und Sicherheit weltweit gesichert werden können.
Quelle: Global Risks Report 2026, World Economic Forum, veröffentlicht am 14. Januar 2026.