Leonie I / Ingrid ECMWF
Heute erreicht das Wintersturmzentrum Leonie I (international Ingrid) die bretonische Küste. Mit einem Zentraldruck von 961 hPa zeigt es, wie Tiefs Energie über den Nordatlantik transportieren, Wolken- und Niederschlagsmuster prägen und regionale Winde erzeugen. Für Deutschland kündigt sich punktuell Regen, Niesel oder gefrierender Niederschlag an. Das Tief dient damit als konkretes Beispiel für die winterliche Dynamik über Europa.
Luftdruck als physikalische Kenngröße
Meteorologisch wird der Luftdruck in Hektopascal (hPa) gemessen; der Standard auf Meereshöhe liegt bei 1013 hPa. Werte unter 1000 hPa markieren bereits typische Tiefdruckgebiete, unter 980 hPa sprechen Meteorologen von tiefdruckstarken Systemen, die im Nordatlantik winterlich üblich sind. Ein Wert von rund 960 hPa wie bei Leonie I signalisiert eine kräftige Zirkulation, die Wind und Wetter über große Gebiete lenkt.
Entstehung von Wind und Sturmlagen
Tiefdrucksysteme entstehen durch aufsteigende Luft, die am Boden ein Gebiet niedrigeren Drucks schafft. Luft strömt horizontal von Hochdruckgebieten zum Tief, wodurch Druckgradienten entstehen, die Wind erzeugen. NOAA-Analysen zeigen die physikalische Gegebenheit und dass die Intensität eines Sturms direkt von der Höhe des Druckgefälles abhängt: Je steiler, desto stärker die Böen. Wintertiefs wie Leonie I transportieren damit Energie und formen lokale Wetterbedingungen.
Niederschlag und Wolkenbildung
Die Bewegung feuchter Luft entlang von Okklusionen führt zur Ausbildung ausgedehnter Wolkenfelder und zu Niederschlägen. In der aktuellen Wetterlage über Deutschland dominieren dabei Regen und Nieselregen, da überwiegend milde, maritime Luftmassen herangeführt werden. Ob Niederschlag als Schnee fällt, hängt entscheidend vom thermischen Profil der Atmosphäre ab: Erst bei arktischem Luftmassenursprung und ausreichend kaltem Untergrund – etwa bei kontinentaler Kaltluftzufuhr – kann es im Zusammenhang mit winterlichen Tiefs verbreitet zu Schneefall kommen. Mittelhohe und hohe Wolken kennzeichnen häufig die Frontensysteme, während tiefe Wolkenschichten regional sehr unterschiedlich ausgeprägt sind.
Großräumige Zusammenhänge
NAO und Winterstürme Wintertiefs stehen in Verbindung mit der Nordatlantischen Oszillation (NAO). In positiver NAO-Phase verstärken starke Tiefs die Westströmung, bringen stürmische Wetterlagen nach Europa und transportieren milde Luftmassen. Negative Phasen führen zu abgeschwächten Tiefs und kälteren, ruhigeren Bedingungen. Ein Wintertief wie Leonie I illustriert, wie großräumige Muster lokale Wettereffekte modulieren.
Elementare Kräfte der Atmosphäre
Leonie I / Ingrid zeigt exemplarisch, dass Wintertiefs weit mehr als bloße Wetterphänomene sind: Sie transportieren Energie, formen Wolken, erzeugen Wind und Niederschläge. Zentraldruckwerte und Druckgradienten erlauben die Abschätzung der Intensität, und ihre Effekte reichen über hunderte Kilometer. So werden Wintertiefs zu elementaren Kräften, die das Wettergeschehen in Europa steuern. Und Ingrid scheitert beim Versuch zu uns zu gelangen an dem blockierendem hohem Luftdruck über Ost-und Zentraleuropa.