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Erst 13 bestätigte Tornados in Deutschland: Warum die ruhige Bilanz kein Grund zur Entwarnung ist

Ein Tornado deckte Ende Juli in Glückstadt Dächer ab und beschädigte rund 50 Gebäude. Und doch ist 2026 bislang ein ausgesprochen ruhiges Tornadojahr in Deutschland: Erst 13 Fälle sind bestätigt. Was hinter der niedrigen Zahl steckt – und warum Meteorologen für August und September trotzdem nicht entwarnen.

​Glückstadt: bestätigter F1-Tornado mit rund 180 km/h

Am Sonntagabend, dem 26. Juli, zog gegen 18:50 Uhr ein Tornado durch den Süden von Glückstadt und weiter über die Engelbrechtsche Wildnis nach Herzhorn. Der Deutsche Wetterdienst bestätigte den Wirbel als F1 mit Spitzenwerten um 180 Kilometer pro Stunde. Die Polizeidirektion Itzehoe registrierte Schäden an rund 40 bis 50 Gebäuden, acht Häuser wurden schwer beschädigt. Der Sachschaden liegt im sechs- bis siebenstelligen Bereich, verletzt wurde niemand.

​Erst 13 bestätigte Fälle in diesem Jahr

Trotz solcher Bilder ist 2026 bislang ein ruhiges Tornadojahr. Die Tornadoliste Deutschland führt für dieses Jahr 83 Einträge, darunter erst 13 bestätigte Fälle. In den Jahren 2021 bis 2024 waren es jeweils 190 bis 230 Meldungen, im langjährigen Mittel registriert der DWD rund 40 bis 50 Tornados pro Jahr, etwa ein Drittel davon als Wasserhosen über See. Woran die niedrige Zahl liegt, lässt sich nicht sicher sagen: Tornados brauchen neben Gewitterenergie vor allem feuchte Grundschichtluft und Windscherung – und beides war in diesem trockenen Hochdrucksommer selten gemeinsam vorhanden.

​Warum die Saison noch nicht vorbei ist

August und September bringen in Deutschland regelmäßig Tornados, meist im Umfeld kräftiger Gewitterlinien oder an Kaltfronten. Anfang August warnte der DWD bei einer solchen Lage vor Starkregen über 25 Litern pro Quadratmeter, Hagel und Böen bis 120 Kilometer pro Stunde, allein am 3. August gab es drei Verdachtsfälle in Rheinland-Pfalz und Thüringen. Die Wochenvorhersage der Wettergefahren vom 10. August nennt zeit- und gebietsweise kräftige Gewitter mit vereinzeltem Unwetterpotenzial, zum Freitag und Samstag steigt das Risiko nach zunehmender Hitze erneut an.