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Orkanböen bis 140 km/h: Gewitterlinie schneidet der 40-Grad-Hitze den Weg ab

Der Donnerstag bringt Deutschland beide Extreme an einem Tag: Im Südwesten klettern die Thermometer auf bis zu 40 Grad, während im Norden ab dem Nachmittag eine Gewitterlinie heranzieht. Der Deutsche Wetterdienst hat dafür eine Vorabinformation Unwetter ausgegeben – örtlich sind Böen bis 140 km/h wahrscheinlich.

​Wenn zwei Luftmassen aufeinanderprallen

Verantwortlich ist eine Konvergenzlinie, die im Tagesverlauf von West nach Ost über die Nordhälfte zieht. An ihr trifft die extrem heiße Luft über der Mitte und dem Süden auf kühlere Atlantikluft. Der DWD rechnet ab dem Nachmittag mit Sturm- und schweren Sturmböen zwischen 75 und 100 km/h, von Nordhessen bis nach Mecklenburg-Vorpommern sind in schweren Gewittern sogar Orkanböen zwischen 120 und 140 km/h wahrscheinlich. Dazu kommen Starkregen bis 20 Liter pro Quadratmeter und Hagel bis zwei Zentimeter.

​Trockene Luft macht die Böen so gefährlich

Die Luftmasse in der Höhe ist ungewöhnlich trocken – und genau das macht die Lage brisant. Fällt Niederschlag in trockene Schichten, verdunstet ein Teil davon und kühlt die Luft dabei stark ab. Diese schwere Kaltluft stürzt regelrecht zu Boden und breitet sich dort als Fallbö aus. Solche Downbursts können binnen Sekunden Orkanstärke erreichen, obwohl unten kaum Regen ankommt. Der DWD warnt deshalb ausdrücklich vor umstürzenden Bäumen, abgedeckten Dächern und umfallenden Baugerüsten.

​Erst der Hitzegipfel, dann der Wetterknick

Vor der Gewitterlinie dreht der Hochsommer noch einmal auf: Am Mittel- und Oberrhein sowie im Rhein-Main-Gebiet werden bis zu 38 Grad erwartet, in Unterfranken hält der DWD lokal sogar die 40-Grad-Marke für möglich. Am Allzeitrekord von 41,8 Grad aus Möckern-Drewitz vom Juni dürfte die Hitzewelle aber scheitern. Am Freitag schiebt sich dann von Südwesten eine Kaltfront heran – mit schweren Gewittern in der Mitte und im Süden, heftigem Starkregen um 30 Liter und Sturmböen um 95 km/h.