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Pollenflug: Warum Antihistaminika so müde machen

Der Frühling ist für viele Menschen die beliebteste Jahreszeit. Für viele Allergiker hingegen beginnt mit dem ersten Pollenflug ein wahres Martyrium. Juckende Augen, ein Wechsel aus verstopfter und laufender Nase, Niesanfälle, Kratzen im Hals und juckende Haut an verschiedenen Körperstellen. Die Pollenallergie schlägt bei Millionen Menschen jedes Jahr gnadenlos zu.

Eine wirkliche Heilung gibt es nicht. Bei vielen Betroffenen erzielt eine Hyposensibilisierung teils gute Erfolge im Sinne einer merklichen Symptomlinderung. Aber nicht jeder kann oder möchte eine solche Hyposensibilisierung durchführen. Viele Menschen setzen daher auf Antihistaminika in Tabletten- oder flüssiger Form. Doch diese haben eine fiese Nebenwirkung: Sie machen teils extrem müde.

Vom Regen in die Traufe? Die Nebenwirkungen von Antiallergika

Wer unter Heuschnupfen leidet, findet am Markt heute eine große Bandbreite verschiedener Antiallergika. Einige davon sind verschreibungspflichtig, andere lediglich apothekenpflichtig. Eingenommen werden sie meist in Form von Tabletten, als Tropfen oder als Syrup. Wie jedes Arzneimittel können auch Antiallergika verschiedene Nebenwirkungen haben.

Und tatsächlich treten einige davon sehr häufig auf. Die häufigste Nebenwirkung ist Müdigkeit, bzw. Schläfrigkeit. Je nach Medikament gilt diese Nebenwirkung laut Beipackzettel als „sehr häufig" oder „häufig". Mehr als 1 von 10 Patienten leiden also darunter.

Als Betroffener einer Pollenallergie steht man jeden Frühling mehrmals vor der Wahl. Vermiese ich mir den Tag durch die Allergiesymptome oder durch die Nebenwirkungen des Antiallergikums? Oft haben beide Optionen die Konsequenz, dass man es schlichtweg vermeidet, das Haus zu verlassen.

Gerade bei starkem Pollenflug und enormen Reaktionen auf Antiallergika ist das eigene Zuhause mit geschlossenen Fenstern oft die einzige Lösung. Und während andere draußen die Sonne genießen, bleibt man eben drinnen, schaut einen Film, liest ein gutes Buch oder kann auch in einem Book of Ra Online Casino spielen, beispielsweise bei JackpotPiraten, wo eine Auswahl an Slots und unterschiedlichen Spieloptionen angeboten wird.

Die Rolle von Histamin – Darum ist Schläfrigkeit eher eine Wirkung als Nebenwirkung

Dass die meisten Antiallergika müde und schläfrig machen, ist eine logische Folge ihrer Wirkungsweise. Wenn wir von Antiallergika sprechen, meinen wir in der Regel Antihistaminika, also Mittel, die den körpereigenen Botenstoff Histamin blockieren. Histamin wird immer dann ausgeschüttet, wenn der Körper mit einem Allergen in Kontakt kommt.

Allergene wiederum sind Stoffe, die vom Immunsystem als Bedrohung eingestuft werden, obwohl sie eigentlich harmlos sind, zum Beispiel Pollen. Wenn der Körper Histamin ausschüttet, dann treten die typischen Allergiesymptome auf. Schleimhäute schwellen an, der Juckreiz setzt ein und in extremen Fällen kommt es sogar zu Hautausschlägen.

Die Lösung ist also, das Histamin zu blockieren, damit es diese Symptome gar nicht erst auslösen kann. Allerdings hat dieser Ansatz einen großen Haken. Histamin hat nämlich noch diverse andere Aufgaben im Körper. Der Botenstoff spielt auch bei Entzündungsreaktionen, der Magensaftproduktion und der Regulation von Blutgefäßen eine Rolle.

Darüber hinaus ist er auch daran beteiligt, dass wir wach und aufmerksam bleiben. Im Gehirn wirkt Histamin dabei wie eine Art natürlicher Wachmacher. Es hilft dabei, dass Nervenzellen aktiv bleiben und Signale schnell weitergeleicht werden. Tagsüber ist diese Histamin-Aktivität höher, abends wird sie vom Körper heruntergefahren.

Gleichzeitig gewinnen andere Botenstoffe die Oberhand, die Müdigkeit und Schlaf fördern. Wird Histamin durch ein Antihistaminikum blockiert, trifft das also nicht nur die allergische Reaktion in Nase, Augen oder Haut. Es dämpft auch einen Stoff, den der Körper für Wachheit und Aufmerksamkeit braucht. Deshalb ist Schläfrigkeit bei vielen Antiallergika keine zufällige Nebenwirkung, sondern eine direkte Folge ihrer Wirkung.

Krankmeldung wegen Heuschnupfen? So ist die Rechtslage

Auch starker Heuschnupfen kann in Deutschland eine Arbeitsunfähigkeit begründen. Entscheidend ist nicht, ob „nur" eine Allergie vorliegt, sondern ob die Arbeit tatsächlich noch ausgeübt werden kann. Wer wegen massiver Beschwerden kaum schlafen kann, sich nicht konzentrieren kann oder unter ständiger Erschöpfung leidet, kann deshalb genauso krankgeschrieben werden wie bei jeder anderen Erkrankung auch.

Rechtlich maßgeblich ist allein die Arbeitsunfähigkeit. Beschäftigte müssen dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitteilen. Dauert die Erkrankung länger als drei Kalendertage, muss spätestens am darauffolgenden Arbeitstag ein ärztlicher Nachweis vorliegen.

Arbeitgeber dürfen die Bescheinigung allerdings auch schon früher verlangen, sogar ab dem ersten Tag. Bei gesetzlich Versicherten läuft der Nachweis in der Regel über die elektronische AU. Gerade für Pollenallergiker liegt darin ein praktisches Problem. Eine ganze Pollensaison lässt sich nicht einfach mit einer Krankschreibung überbrücken.

In der Praxis geht es deshalb meist um besonders schwere Phasen, einzelne Ausfalltage oder kurze Zeiträume, in denen die Beschwerden und die Medikamentenwirkung die Arbeitsfähigkeit tatsächlich unmöglich machen.

Hyposensibilisierung: Die einzige langfristige Lösung?

Die Hyposensibilisierung ist die einzige Behandlung, die direkt an der Ursache ansetzt. Ziel ist es, das Immunsystem langsam an die Allergene zu gewöhnen. Dadurch reagiert der Körper mit der Zeit deutlich schwächer. Die Erfolgschancen sind gut. Viele Betroffene berichten von klaren Verbesserungen bereits im ersten Jahr.

Nach zwei bis drei Jahren sind die Symptome oft stark reduziert oder fast verschwunden. Aber auch der Startzeitpunkt ist entscheidend. Begonnen wird idealerweise außerhalb der Pollensaison, also im Herbst oder Winter. So kann sich der Körper in Ruhe an die Behandlung gewöhnen.

Es gibt zwei gängige Formen. Die klassische Variante sind Spritzen beim Arzt. Daneben gibt es Tabletten oder Tropfen für zuhause. Diese werden täglich eingenommen und sind im Alltag deutlich einfacher.

In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten in der Regel. Voraussetzung ist eine gesicherte Diagnose und eine klare medizinische Empfehlung. Für viele Allergiker ist die Hyposensibilisierung damit eine echte Chance, den jährlichen Kreislauf endlich zu durchbrechen.

Wenn Allergien sich plötzlich entwickeln

Allergien sind keineswegs fest in unsere DNA integriert. Sie können sich praktisch jederzeit verändern, verstärken oder auch völlig neu entstehen. Auch im Erwachsenenalter ist es absolut möglich, plötzlich auf Pollen, Nahrungsmittel oder andere Stoffe zu reagieren, obwohl vorher nie Probleme bestanden.

Der Grund liegt im Immunsystem. Es ist kein starres System, sondern passt sich ständig an. Dabei kann es passieren, dass harmlose Stoffe plötzlich als Bedrohung eingestuft werden. Warum genau das passiert, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Faktoren wie Umwelt, Stress, Infektionen oder Veränderungen im Lebensstil können eine Rolle spielen.

Ein weiterer Punkt sind Kreuzallergien. Wer auf bestimmte Pollen reagiert, entwickelt oft auch Beschwerden bei Lebensmitteln wie Äpfeln, Nüssen oder Karotten. Der Körper erkennt ähnliche Eiweißstrukturen und reagiert dann einfach auf beides mit ähnlichen Symptomen.

Auch die Ernährung kann Einfluss nehmen. Eine gesunde Ernährung und insbesondere der Verzicht auf Milchprodukte können das Immunsystem stabilisieren und Entzündungen reduzieren. Dies ersetzt zwar oft keine Therapie, kann aber dazu beitragen, Beschwerden insgesamt zu lindern.

Bildquelle: Allergie Medizinisch Allergisch - Kostenloses Foto auf Pixabay