Die Waldzustandserhebung 2025 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zeigt ein weiterhin angespanntes Bild der deutschen Wälder. Trotz einzelner leichter Veränderungen bei einzelnen Baumarten bleibt der Gesamtzustand auf einem dauerhaft hohen Schadniveau.
Bundesweit gelten weiterhin nur rund 21 Prozent der untersuchten Bäume als ohne Kronenschäden. Der überwiegende Teil weist leichte bis deutliche Kronenverlichtungen auf. Damit zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr keine grundlegende Verbesserung der Waldgesundheit.
Besonders deutlich wird die Belastung bei älteren Bäumen:
In der Gruppe der über 60-jährigen Bestände liegt der Anteil deutlich geschädigter Kronen bei rund 44 Prozent. Jüngere Bäume sind zwar insgesamt weniger stark betroffen, zeigen aber ebenfalls zunehmende Stresssymptome.
Die vier Hauptbaumarten Fichte, Kiefer, Buche und Eiche reagieren unterschiedlich auf die anhaltenden Umweltbelastungen:
- Die Fichte zeigt zwar eine leichte Verbesserung der durchschnittlichen Kronenverlichtung, dies wird jedoch teilweise auf den Ausfall stark geschädigter Bäume in den Stichproben zurückgeführt.
- Die Kiefer verzeichnet dagegen wieder eine leichte Verschlechterung.
- Die Buche zeigt eine gewisse Erholung gegenüber dem Vorjahr, bleibt jedoch deutlich belastet.
- Die Eiche weist weiterhin die höchsten Schadwerte unter den Hauptbaumarten auf und zeigt nur eine geringe Veränderung gegenüber dem Vorjahr.
Als wesentliche Ursachen gelten die extrem trockenen und heißen Sommer der Jahre 2018 bis 2020, deren Auswirkungen weiterhin im Waldökosystem nachwirken.
Zusätzlich spielen wiederkehrende Trockenperioden, Hitzephasen sowie ein erhöhter Druck durch Schädlinge und Pilzbefall eine zentrale Rolle. Besonders ältere und standortlich benachteiligte Bäume reagieren empfindlich auf diese Mehrfachbelastung.
Die Datenerhebung
Die Erhebung basiert auf einem bundesweiten Stichprobensystem mit mehr als 46.000 Bäumen an knapp 1.900 Punkten. Die Auswertung erfolgt durch das Thünen-Institut für Waldökosysteme im Auftrag des Bundes. Dadurch lassen sich langfristige Trends und regionale Unterschiede im Kronenzustand der Wälder zuverlässig abbilden.
Neben der Schadensentwicklung weist die Studie auch auf die Bedeutung der Wälder im Klimaschutz hin:
Sie speichern große Mengen Kohlenstoff in Biomasse und Böden und erfüllen damit eine zentrale Funktion im globalen und nationalen Klimasystem. Gleichzeitig zeigen die Daten, dass Wälder zunehmend selbst unter dem Druck des Klimawandels stehen und in einzelnen Jahren sogar temporär von einer Kohlenstoffsenke zu einer Kohlenstoffquelle werden können.
Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2025 unterstreichen damit die anhaltende Herausforderung, Wälder an veränderte klimatische Bedingungen anzupassen und ihre Stabilität langfristig zu sichern. Besonders Mischwälder, standortgerechte Baumartenwahl und eine Reduktion zusätzlicher Stressfaktoren gelten dabei als zentrale Ansatzpunkte der Forstpolitik.
Quelle:
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) – Waldzustandserhebung 2025 (Auswertung durch Thünen-Institut)
https://www.bmel.de/DE/themen/wald/wald-in-deutschland/waldzustandserhebung.html